Zeltlager / Jumbotour 2011

Einmal im Jahr ein "Easy Rider" sein


Rund 60 Biker gingen mit behinderten Menschen auf die 14. Jumbotour


 

Sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und das Gefühl von Freiheit genießen, das wollen nicht nur "normale" Menschen, sondern das ist auch der Traum von Behinderten, die nicht nur aufgrund ihres Handicaps von vielen Aktivitäten ausgegrenzt sind. Leider stoßen sie in der Gesellschaft auf viele Barrieren jeglicher Art. Die Selbsthilfegruppe für behinderte Angehörige Dingolfing-Landau (SHG) freut sich deshalb jedes Jahr über die Biker, die diese Jumbotour möglich machen. Die Biker kamen am vergangenen Samstag wieder aus nah und fern zum Mamminger Zeltplatz, um zusammen mit der SHG Dingolfing-Landau und den vielen Helfern, Gönnern und Spendern abermals eine unvergessliche Ausfahrt auf die Beine beziehungsweise auf die Räder zu stellen. Es war die 15. Jumbotour, die sich natürlich wieder einmal als absolutes Highlight des dreitägigen Zeltlagers in Mamming (8.bis 10.Juli) gestaltete. Pünktlich um 9.30 Uhr wurde Aufstellung genommen, um schließlich durch Mamming, Griesbach, Dingolfing Herrenweiher, Frontenhausen Marktplatz, Marklkofen, Kollbach, Rimbach, Taufkirchen, Falkenberg, Schönau, Dietersburg, Mariakirchen, Johanniskirchen, Arnstorf, Holzham nach Malgersdorf zu fahren. Das Wetter war ideal, sich sowohl auf dem Sozius oder im Beiwagen den Wind um die Nase wehen zu lassen. Dieses unbändige Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit ließ die Behinderten ihr Handicap, weswegen sie auf so manches im Leben verzichten müssen, für ein paar Stunden vergessen. Froh gelaunt und gestimmt winkten sie beim Vorbeifahren den Zaungästen zu. Am Zielort angekommen, nahm man gemeinsam das Mittagessen ein, während die nächste Attraktion schon auf die Teilnehmer wartete. In einer beeindruckenden Vorführung der Schlüter- und Oldtimerfreunde Malgersdorf kamen alle Teilnehmer auf ihre Kosten. Besonders lustig und aufregend war die Fahrt für die Kinder auf dem Bulldog-Anhänger. Gleichermaßen auch beim Traktor-Pulling, das auch bei den Jugendlichen und allen Beteiligten der Jumbo-Tour große Begeisterung hervorrief. Vollbepackt mit vielen positiven Eindrücken machte man sich wieder auf die Rückfahrt über Haberskirchen, Reicheneibach, Obertrennbach, Niedertrennbach, Kollbach, Reisbach, Griesbach, Bubach und Mamming, zum idyllisch gelegenen Zeltlagerplatz direkt an der Isaralter. Hier galt es sich von den schönen Strapazen auszuruhen, zu regenerieren und neue Energien zu tanken.Die Vorsitzende Edith Kutscherauer nutzte indes zusammen mit dem vormaligen Vorstand Josef Suchy die Gunst der Stunde, um namens der Selbsthilfegruppe für behinderte Angehörige Dingolfing-Landau einen Dank an alle, die dazu ihren Beitrag geleistet hatten, zu entrichten. Hervorzuheben sei dabei Hans Stangl und sein Team, in dessen bewährte und verantwortungsvolle Hände die Streckenabsicherung gelegt wurde. Eine gute Entscheidung, wie sich wieder einmal mehr herausstellte, denn alle Teilnehmer kamen alle gesund, wohlbehalten und heil zurück. Hans Stangl hatte zudem auch Geschenke und Pokale gespendet. Geehrt wurden bei der Preisverleihung folgende Personen: Friedrich Finkel - er war mit 71 Jahren der älteste Biker. 320 Kilometer ist Peter Wagner aus Werdau bei Zwickau von Mamming entfernt. Er nahm die weite An- und Rückreise auf seinem Motorrad gerne in Kauf, nur um einen anderen Menschen eine Freude zu bereiten. Dass auch ein Motorradveteran wie die 22 Jahre alte BMW K 1200 RS noch fit wie sein Besitzer ist, bewies Harald Schiffner, der ebenfalls eine der Trophäen überreicht bekam. Als Schirmherr der Veranstaltung sorgte Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein zwar für gutes Wetter, blieb aber leider wegen Terminüberschneidungen der Veranstaltung fern. Dennoch hatte er mit Bezirksrat Franz-Xaver Stierstorfer aus Geiselhöring eine adäquate Vertretung geschickt. "Der gesamte Bezirkstag Niederbayern freut sich, dass dieses Zeltlager jährlich in Mamming stattfindet, weil man sehr großes Interesse daran hat, wenn Behinderte einen normalen Umgang mit Menschen haben. Sie ermöglichen das!" sagte dieser bei seiner Grußrede an die Organisatoren, den zahlreichen freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern der SHG, den Bikern, Sponsoren und Spendern des Zeltlagers gerichtet. Von Inklusion, die derzeit in aller Munde sei, werde hier nicht nur geredet, sondern sie werde praktiziert. Menschen, denen das Schicksal oftmals schon bei der Geburt arg mitgespielt hat und die zeitlebens damit zu kämpfen haben, erreiche man mit einer derartigen Veranstaltung "tief im Herzen", so Landrat Heinrich Trapp. Ein Lob entrichtete er allen, die dafür viel Arbeit und Mühe auf sich nehmen. Ebenfalls den Gästen, die diese ausgestreckte Hand ergreifen, gegenseitig aufeinander zugehen und sich dieses gemeinsame Erlebnis gegenseitig schenken. Zu diesem Gemeinschaftsfest des Landkreises Dingolfing-Landau, aber auch der Gemeinde Mamming hieß ebenfalls Bürgermeister und stellvertretender Landrat Georg Eberl alle Anwesenden "Willkommen". Auch er erachtete es als äußerst wichtig, dass Nichtbehinderte und Behinderte miteinander kommunizieren. Es freue ihn, dass dies alles so gut funktioniert und es allen in Mamming gefällt. Er entrichtete allen, die diese Zusammenkunft immer wieder möglich machen - vor allem aber der Familie Kutscherauer aus Marklkofen - ein großes "Vergelt´s" Gott" dafür. Neben den vorgenannten Ehrengästen war darüber hinaus die 2. Bürgermeisterin der Kreisstadt Dingolfing Christina Jodlbauer anwesend, die dieses Fest als "großartig" bezeichnete. In der Tat konnte man feststellen, wie die Behinderten aufblühten und sich in der Gemeinschaft wohlfühlten. Sie genossen es, dass sie nicht ausgegrenzt und gemieden wurden, wie so oft in ihrem Leben."Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht" dieser Satz eines klugen, deutschen Kopfes war beim dreitägigen Zeltlager Programm. Behinderte und ihre Angehörigen auf ganz natürliche Weise in das gesellschaftliche Leben einzubinden, wäre eigentlich ganz normal, wenn man ihnen die Gewissheit gäbe, dass man zusammengehöre. Das schlimmste für Behinderte ist, wenn sie einer gleichgültigen Umwelt begegnen. Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das einem jederzeit genommen werden kann. Die SHG-Haus-Band "Indian Summer" bereicherte musikalisch unentgeltlich das Samstagabendprogramm und die "Free Bavarian Indians" aus Olching vermittelten gleichermaßen gemäß ihrem Indianerehrenwort: "Anpetu washte yuha yo" großes Vergnügen. Sie huldigten mit Tänzen zum Mitmachen ihrem indianischen Gott "Wanka Tonka“. Das Zeltlager mit seinen vielfältigen Aktivitäten war also insgesamt wieder ein großer Spaß für alle Beteiligten.

Dingolfinger Anzeiger (Evi Lichtinger):


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Schlüter- und Oldtimerfreunde Malgersdorf Bilder
    Edith und Werner Kutscherauer Bilder

  
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